Arbeitsgruppen - 1.Tag

Am Nachmittag des ersten Tages trafen sich in Haus C vier Arbeitsgruppen, die engagiert Gegenwarts- und Zukunftsfragen der Sozialen Arbeit diskutierten.

AG 1: Professionell durch das Studium?! Ein Rückblick mit AbsolventInnen der Fakultät

In der ersten Gruppe ging es um die Frage, inwiefern das Studium zur weiteren Professionalisierung beiträgt. Stefan Busse berichtete im Plenum: Positiv gesehen wurde, dass es zu einer reflexiven Haltung beiträgt, hinsichtlich der Handlungskompetenz aber wurde vermisst, dass nicht nur Fälle, sondern auch das eigene Tun reflektiert werden müsse. Verstärkt werden müsse, so das Ergebnis der Diskussion, die politische Vernetzung der Sozial Arbeitenden. Es brauche nicht nur reflektierte Einzelkämpfer, sondern zur Professionalität gehöre auch die Vermittlung von Netzwerkkompetenz.

AG 2: Wieviel Reflexion verträgt die Praxis der Sozialen Arbeit?

„Wieviel Reflexion verträgt die Praxis?“, fragte die zweite Arbeitsgruppe. Dominique Arnaud unterstrich, dass die Gruppe gut besucht war und viele Generationen von AbsolventInnen vertreten waren. Bemängelt wurde die Tendenz zur Dethematisierung, zur Entpolitisierung vor dem Hintergrund der durchgreifenden Ökonomisierung der sozialen Räume. Also auch hier die Frage als Ergebnis: Wo ist unsere Lobby, wie kann die Soziale Arbeit die eigene Deutungshoheit wieder erlangen?

AG 3: "Sind wir Mittelsachsen?" Region als Handlungsfeld, Rahmenbedingung und Ansatz Sozialer Arbeit

Arbeitsgruppe drei beschäftigte sich mit der Frage der Region. Sind wir die Mittelsachsen? Isolde Heintze erläuterte in ihrem Bericht, dass ein gemeinsamer Eindruck war, dass es hier in der Region nur eine geringe Bereitschaft gibt, sich in Frage zu stellen, sich zu verändern, was wiederum ein Entscheidungshemmnis darstellt. Wie kann Soziale Arbeit dazu beitragen, dass sich das ändert? Auch hier stand also im Mittelpunkt der Ruf nach einer Politisierung der Sozialen Arbeit.

AG 4: Vom Alltag Kritischer Sozialarbeit und die Bedeutung Neuer Praxis

Um das Gestalten neuer Praxis, um Kritische Soziale Arbeit ging es in der letzten Gruppe. Diese sollte an der Hochschule, berichtete Heide Funk, gestärkt und vermehrt praktiziert werden. Die Reflexion des sozialen Raums durch die Studierenden stoße häufig auf Schwierigkeit. Kritik wird oft nicht als Bereicherung, sondern als Störung erlebt. Am Ende blieb die Frage: Wie können wir uns unter den derzeitigen Bedingungen den Raum für das Hinterfragen, für kritische Arbeit nehmen? 

Um den Ruf nach einer „Anschlussfähigkeitsherstellungskompetenz“ (Stefan Busse), nach einer Politisierung der Disziplin wie auch des Studiums und der Tätigkeit der Fakultät ging es in der sich anschließenden durchaus lebhaften Diskussion. Eine Reihe von Vorschlägen wurde in den Raum gestellt. Dabei wurde allerdings auch klar, dass längst nicht alles klar ist, auch vor dem Umzug und vor dem Ankommen in Mittweida noch gar nicht klar sein kann. Große Sprünge zu einer Neuorganisation wird es – wenn überhaupt – wohl erst nach einer Phase des Tastens geben. Ein studentischer Arbeitskreis zur kritischen Debatte, der sich herausgebildet hat, ist ein erster Schritt – wobei aber auch hier die Frage ist, wie eine möglichst breite Beteiligung erzielt werden kann.
Daraus ergibt sich an alle der Appell, nach Erich Kästner:
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
Christoph Meyer

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