Studium, Soziale Arbeit & Digitalisierung – Was ist zukünftig relevant?

Leuchtende Schriftzüge und knallige Icons zieren aktuell die Wände in der zweiten Etage des Zentrums für Medien und Soziale Arbeit. Sie präsentieren ausgewählte Ergebnisse der Online-Umfrage zu digitalen Lehr- und Lernformaten, die kürzlich an der Fakultät Soziale Arbeit durchgeführt wurde. Knapp drei Wochen lang hatten die Studierenden der Fakultät Soziale Arbeit die Gelegenheit sich zur persönlichen Nutzung digitaler Geräte und Anwendungen im Rahmen des Studiums zu äußern, wie auch ihre Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit studienrelevanten Softwares zu reflektieren. Weiterhin wurden die Wünsche der Studierenden bezüglich der Unterstützung klassischer Präsenzlehre durch digitale Angebote erfasst und erfragt, welche inhaltlichen Schwerpunkte zum Thema Digitalisierung zukünftig im Studium der Sozialen Arbeit gesetzt werden sollen.

Mit 106 komplett ausgefüllten Fragebögen wurde eine Rücklaufquote von 32% erreicht. Die sich beteiligenden Studierenden sind zu 87% in einem Bachelorstudiengang eingeschrieben, die Mitwirkung der Direktstudierenden und der berufsbegleitend Studierenden ist relativ ausgewogen.

In der Medien- und Gerätenutzung der Lernenden ist der Trend zu mobilen digitalen Geräten deutlich erkennbar. Smartphone, Notebook und Tablet werden weit häufiger genutzt als „klassische“ Medien wie Zeitung, Radio, Fernsehen oder der festinstallierte PC. Dies verwundert nicht, da das Internet oder die Nutzung des Smartphones es ermöglichen, auch digital und mobil Zeitung zu lesen oder fernzusehen. Dieses unter dem Begriff der Medienkonvergenz zusammengefasste Phänomen, welches die Funktionalitäten unterschiedlicher Einzelmedien in einem Gerät verschmelzen lässt, ist seit Jahren beobachtbar und kann ggf. zum Ersatz originärer Medien führen.

Die Antwort auf die Frage, wer wozu digitale Medien & Anwendungen nutzt, offenbart Unterschiede zwischen direkt und berufsbegleitend Studierenden. Während im Direktstudium Unterhaltung, Abschalten vom Alltag und Selbstpräsentation die am häufigsten genannten Kategorien sind, liegt der Schwerpunkt der berufsbegleitend Studierenden auf Bildung, Information und Kommunikation. Die Erklärung liegt hier vermutlich im Altersunterschied. Unterschiedliche Belastungen durch Arbeit oder Familie sowie daraus resultierende ungleiche Zeitressourcen können zu konträrer Mediennutzung führen.

Die Studierenden der Fakultät wünschen sich vor allem die Einbindung von Lehr-Lernplattformen als Ergänzung zur Präsenzlehre. Hier sind es vor allem die berufsbegleitend Studierenden, die diesen Wunsch äußern. Die Direktstudierenden befürworten hingegen eher die Einbindung von digitalen Tools in der Lehre wie auch den Austausch über Foren.

Hinter der Umfrage steht neben der Intention, die Präsenzlehre durch digitale Elemente zu ergänzen, auch die Einführung fakultativer Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung und Soziale Arbeit bzw. die Aufnahme der geäußerten inhaltlichen Wünsche in den Lehrveranstaltungen.

Durch Digitalisierung neu aufgekommene bzw. verstärkte Themen wie Cyber-Mobbing, Cyber-Grooming oder Geschlechterbilder stoßen dabei ebenso auf breites Interesse der Studierenden wie die Auseinandersetzung mit Urheberrechtsfragen und Öffentlichkeitsarbeit. Der Diskurs über Möglichkeiten und Herausforderungen, die Digitalisierung im Zusammenhang mit Inklusion und Teilhabe sowie gesellschaftlicher Partizipation bietet, sollte nach Meinung der Befragten künftig intensiver ermöglicht werden.

Mithilfe der Umfrageergebnisse werden offene Angebote für die Studierenden entwickelt, die ab dem Wintersemester 2019/20 Austausch und Vertiefung zu oben genannten Themen ermöglichen sollen. Die Termine dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Bei Fragen oder Hinweisen zur Erhebung oder individuellem Beratungsbedarf zu digitalen Themen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen Sarah Bischof und Friederike Haubold persönlich oder per Mail (sarah.bischof@hs-mittweida; haubold1@hs-mittweida.de) gern zur Verfügung.