Sozialberichterstattung

Sozialberichterstattung für Kommunen mit Hilfe des Stadtmonitors möglich

Die Sozialberichterstattung stellt ein wesentliches Steuerungsinstrument der Sozialplanung dar. Ziel einer qualifizierten Sozialberichterstattung ist es, ein umfassendes, integriertes, kleinräumiges und aktuelles soziales Planungsinformationssystem zu entwickeln und kontinuierlich fortzuschreiben.
Sozialberichterstattung klärt darüber auf, wie sich gesellschaftliche Teilhabechancen und soziale Qualitäten des Lebens in einem bestimmten Gebiet entwickeln, an welchen Stellen soziale Problemlagen und soziale Benachteiligung entstehen können und welche Bedarfe sich daraus resultierend bezüglich der Versorgung mit sozialer Infrastruktur ergeben.
Für eine solide und fundierte Sozialberichterstattung sind empirisch belastbare Daten über die Sozialstruktur und die Lebenslagen der „vor Ort“ lebenden Bevölkerung, über die sie prägenden Formen des Zusammenlebens und über eventuell auftretende Spannungen und Konflikte notwendig.

Bildquelle: Schulungsmaterial Geoware

Diese können entweder mit Hilfe standardisierter Befragungen oder durch prozessproduzierte Daten erhoben werden. Prozessproduzierte Datenbestände, also Geschäftsstatistiken der allgemeinen Kommunalverwaltung und Interventionsdaten der sozialen Ämter und Träger (z. B. Arbeitslosenstatistik, Jugendhilfestatistik etc.) sollten für eine Sozialberichterstattung unbedingt nutzbar gemacht werden. Da solche Daten in der Regel auf die verschiedensten Fachbereiche einer Verwaltung „zerstreut“ sind und durch vielfältige Datenquellen und Formate unterschiedlich aufbereitet werden, ist die Vereinheitlichung und die Bündelung der Daten in Form eines integrierten Datensatzes erforderlich.
Der Stadtmonitor bzw. der Kreismonitor der Firma Geoware stellt eine geeignete Monitoring-Software dar, mit deren Hilfe dieser Datensatz kontinuierlich fortgeschrieben und ausgewertet werden kann. Im Rahmen des beschriebenen Monitorings sind visuelle Darstellungen sozialer Ungleichheit in den einzelnen Gebieten einer Kommune mittels Kartographie besonders sinnvoll.

Bildquelle: Schulungsmaterial Geoware

Die Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Mittweida arbeitet mit dem Stadtmonitor. Die Studierenden werden im Rahmen der Lehrveranstaltungen zu Kommunaler Sozialpolitik und Sozialplanung in die Grundlagen und in die Systematik der Software eingeführt. Darüber hinaus bietet die Fakultät an, Kommunen, die eine Sozialberichterstattung aufbauen und/oder weiterentwickeln möchten, bei der Erarbeitung eines Indikatorensets, bei der Erstellung eines integrierten Datensatzes sowie bei der Analyse und Interpretation der aufbereiteten Daten zu unterstützen und zu begleiten. Dies kann im Rahmen von Forschungsprojekten erfolgen.

 

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Isolde Heintze, Professur für Sozialpolitik und Soziale Arbeit