Antrittsvorlesung Prof. Dr. Meyer

Antrittsvorlesung In Sachsen Demokratie

 

Christoph Meyer rät: "Nicht verzweifeln!"

Am 19. März 2013 hielt Prof. Dr. phil. Christoph Meyer, seit Herbst 2011 an der Fakultät Soziale Arbeit, in Roßwein seine Antrittsvorlesung zum Thema "In Sachsen Demokratie".

Das interessierte Publikum bestand aus dem Lehrkörper und Angestellten der Fakultät, einigen Studierenden und zahlreichen Gästen, darunter Familie, Freunde, ehemalige Studienkollegen und die Mitarbeiterinnen des Herbert-Wehner-Bildungswerks aus Dresden, wo Meyer von 1998 bis 2011 gewirkt hatte.

In seinem mit Bildern hinterlegten Referat definierte Meyer demokratische Politik mit Herbert Wehner mehr als "das Regeln der Dinge, die alle angehen". Als Merkmale der konservativ geprägten "Sächsischen Demokratur" benannte er vordemokratische Traditionen, Technokratismus und Bürokratismus. Für die Schwäche der "Demokratie als Lebensform" in Sachsen bzw. Ostdeutschland machte der gelernte Historiker eine mangelnde Durchschlagskraft der fünf großen "Demokratieschübe" der deutschen Geschichte verantwortlich: Bürgerlich-liberale Demokratie, Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung, Reeducation durch die Alliierten, Demokratische Bewegungen Westdeutschlands sowie die Friedliche Revolution von 1989.

Christoph Meyer, der an der Fakultät das Berufungsgebiet "Bildung und Kultur in der Sozialen Arbeit" vertritt, erläuterte sodann, warum der Einsatz für eine demokratischere Gesellschaft zu den Aufgaben der Sozialen Arbeit zählt. Erstens weil Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession per se politisch ist, zweitens weil mehr demokratische Rechte und Einflussmöglichkeiten im Interesse der Adressatinnen und Adressaten Sozialer Arbeit sind, und schließlich drittens, weil Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen selbst daran interessiert sein müssen, sich für bessere Arbeitsbedingungen und soziale wie finanzielle Absicherung einzusetzen. Dass die Bedingungen dafür schwierig sind, räumte Meyer ein - aber, so schloss er wiederum mit einem Zitat, dagegen helfe nur: "Helfen. Und arbeiten. Und nicht verzweifeln."
Die Vorlesung wurde mit großem, warmem Applaus aufgenommen. Im Anschluss gab es eine lebhafte Diskussion - und als Abschluss noch Leckeres zum Essen und Spritziges zum Trinken.

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